Info

Die wichtigsten Daten und Informationen zum SARS-CoV-2
auf Grundlage von Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts (RKI)

Häufige Symptome
Husten, Fieber, Schnupfen, Störung des Geruchs und /oder Geschmacksinns, Pneumonie

Risikogruppen
insbesondere Ältere, Vorerkrankte, Übergewichtige Personen (BMI > 35)

Basisreproduktionszahl Ro (Median)
3,3 – 3,8

Inkubationszeit (Median)
5-6 Tage

Manifestationindex
55-85 %

Dauer des Krankenhausaufenthaltes (Median)
8-10 Tage

Medikamentatöse Behandlung
Remdesivir
Dexamethason

Nachweis einer Infektion
PCR-Test
POC-Test Antigen Schnelltest
POC-Test Antikörper Schnelltest

Allgemeine Schutzmaßnahmen
AHA+L Regel
> Abstand halten
> Hygiene beachten
> Atemmaske tragen
> regelmäßiges Lüften

Impfung
seit kurzem verfügbar

  1. Erreger

SARS-CoV-2 ist ein neues Beta-Coronavirus, das erstmals Anfang 2020 als Auslöser von COVID-19 identifiziert wurde.

Coronaviren verursachen beim Menschen vorwiegend milde Erkältungskrankheiten, können aber mitunter schwere Lungenentzündungen hervorrufen.

Neuartige Virusvarianten (Mutationen)

Seit Mitte Dezember 2020 wird aus England über die zunehmende Verbreitung der SARS-CoV-2 Linie B.1.1.7 (VOC 202012/01) berichtet, die sich durch eine ungewöhnlich hohe Zahl an Mutationen insbesondere im viralen S-Protein auszeichnet. Es gibt zunehmend klinisch-diagnostische und epidemiologische Evidenz, dass diese Variante erhöhte Übertragbarkeit aufweisen könnte, die in höherer Reproduktionszahl resultiert (3 – 5).

Ebenfalls im Dezember 2020 wurde erstmals vom vermehrten Auftreten einer SARS-CoV-2 Variante in Südafrika berichtet, die ebenfalls eine hohe Zahl an Mutationen im S-Protein aufweist. Auch diese Variante hat bereits andere Varianten verdrängt, so dass erhöhte Transmissibilität (R0) ist.

  1. Übertragungswege

Der Hauptübertragungsweg ist der Allgemeinbevölkerung für SARS-Cov-2 liegt im gesellschaftlichen Umgang durch respiratorische (die Atmung betreffend) Aufnahme virushaltiger Partikel, die beim Atmen, Sprechen, Singen, Husten und Niesen entstehen.

Je nach Partikelgröße unterscheidet man zwischen größeren Tröpfchen und kleineren Aerosolen. Während insbesondere größere Tröpfchen schnell zu Boden sinken, schweben Aerosole über einen längeren Zeitraum in der Luft und verteilen sich in geschlossenen Räumen.

Grundsätzlich ist die Aufnahme von infektiösen Tröpfchen und Aerosolen im Umkreis von 1 bis 2 Metern um eine infizierte Person erhöht. Abstand und das Tragen einer Maske (Mund-Nasen Schutz) kann das Risiko einer Übertragung durch infektiöse Partikel reduzieren.

  1. Übertragung durch asymptomatische, präsymptomatische u. symptomatische Infizierte

Generell wird unterschieden, ob eine ansteckende Person zum Zeitpunkt der Übertragung bereits erkrankt (symptomatisch) ist, ob sie noch keine Symptome entwickelt hat (präsymptomatisch) oder ob sie auch später nie Krankheitssymptome zeigt (asymptomatische Infektion).

Eine große Bedeutung haben die Übertragungen von infektiösen Personen, wenn sie bereits Krankheitszeichen (Symptome) entwickelt haben. Dabei können diese Symptome relativ subtil sein, wie z.B. Kopf- und Halsschmerzen. Eine solche Phase mit leichteren Symptomen kann einer späteren Phase mit typischen Symptomen, wie z.B. Fieber oder Husten, um ein oder zwei Tage vorausgehen. Typische Symptome können aber auch ausbleiben.

Darüber hinaus steckt sich ein relevanter Anteil von Personen bei infektiösen Personen innerhalb von 1 – 2 Tagen vor dem Symptombeginn an.

Die Dauer von der Ansteckung (Infektion) bis zum Beginn der eigenen Ansteckungsfähigkeit (Infektiosität) ist genauso variabel wie die Inkubationszeit. Aus Einzelbeobachtungen läßt sich jedoch schließen, dass auch sehr kurze Intervalle bis zum Beginn der Ansteckungsfähigkeit möglich sind, d.h. eine Ansteckung anderer Personen am Tag nach der eigenen Infektion, möglicherweise sogar am selben Tag.

Zur Verminderung des Übertragungsrisikos sind in allen drei Konstellationen die schnelle Isolierung von positiv getesteten Personen, die Identifikation und die frühzeitige Quarantäne enger Kontaktpersonen wirksam. Das Abstandhalten zu anderen Personen, das Einhalten von Hygieneregeln, das Tragen von (Alltags-) Masken sowie Lüften (AHA + L-Regel) sind Maßnahmen, die insbesondere auch die Übertragung von (noch) nicht erkannten Infektionen verhindern.

  1. Reproduktionszahl

Die Basisreproduktionszahl R0 gibt an, wie viele Personen von einer infizierten Person durchschnittlich angesteckt werden, vorausgesetzt, dass in der Bevölkerung keine Immunität besteht und keine infektionspräventiven Maßnahmen ergriffen wurden. Eine Infektion breitet sich langfristig nur dann aus, wenn ihr R0 über 1 liegt. Es ist zu beachten, dass R0 nicht von den einen Eigenschaften des Erregers abhängt, sondern auch von Rahmenbedingungen abhängt, wie z.B. der Bevölkerungsdichte und dem Kontaktverhalten. Für die Basisreproduktionszahl von SARS-CoV-2 wurde ein mittlerer Wert (Median) von 3,3 bis 3,8 ermittelt. Durch infektionspräventive Maßnahmen wie z.B. Abstand halten, das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen, Isolation Infizierter und Quarantäne von Kontaktpersonen kann die natürliche Übertragungsrate gesenkt werden, außerdem sinkt sie bei (deutlich) zunehmendem Anteil immuner Personen in der Bevölkerung.

Die Reproduktionszahl ist eine von mehreren Maßnahmen, die Auskunft darüber geben, wie gut eine Infektionskrankheit kontrolliert werden kann.

Bei einer kurzen Inkubationszeit (z.B. SARS-CoV-2) kann eine hohe Reproduktionszahl zu einer exponentiellen Ausbreitung in der Bevölkerung führen.

  1. Inkubationszeit und serielles Intervall

Die Inkubationszeit gibt die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung an.

Die mittlere Inkubationszeit (Median) liegt bei 5 – 6 Tagen.

Das serielle Intervall definiert das durchschnittliche Intervall vom Beginn der Erkrankung eines ansteckenden Falles bis zum Erkrankungsbeginn eines von diesem angesteckten Falles. Das serielle Intervall ist bei vielen Infektionskrankheiten länger als die Inkubationszeit, weil die Ansteckung oft erst dann erfolgt, wenn ein Fall symptomatisch geworden ist. Letzteres scheint auf SARS-CoV-2 nicht zuzutreffen, was auch Studien zu asymptomatischen Übertragungen belegen. Das Robert Koch-Institut schätzt das serielle Intervall für SARS-CoV-2 im Median auf vier Tage. Prinzipiell ist das serielle Intervall jedoch keine stabile Eigenschaft eines Erregers, sondern hängt ebenso von den Verhaltensweisen einer Gesellschaft ab, in der sich ein Virus verbreitet.

  1. Manifestationsindex

Der Manifestationsindex beschreibt den Anteil der Infizierten, die auch tatsächlich erkrankt sind. Das Robert Koch-Institut schätzt auf Grundlage verschiedener Studien den aktuellen Manifestationsindex auf 55 – 85 %.

  1. Diagnostik

Die Infektion mit dem SARS-CoV-2 präsentiert sich mit einem breiten aber unspezifischen Symptomspektrum, sodass die virologische Diagnostik (Testung) die tragende Säule im Rahmen der Erkennung der Infektion, des Meldewesens und der Steuerung von Maßnahmen ist.

  1. Demografische Faktoren, Symptome und Krankheitsverlauf

Frauen und Männer sind von einer SARS-CoV-2-Infektion etwa gleich häufig betroffen. Männer erkranken jedoch häufiger schwer und sterben doppelt so häufig wie Frauen.

Z den im deutschen Meldesystem am häufigsten erfaßten Symptomen zählen Husten, Fieber, Schnupfen, sowie Geruchs- und Geschmacksverlust. Der Krankheitsverlauf variiert in Symptomatik und Schwere, es können symptomlose Infektionen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod auftreten. Insgesamt sind 2% aller Personen, für die bestätigte SARS-CoV-2-Infektionen in Deutschland registriert wurden, im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung verstorben.

  1. Dauer der Ansteckungsfähigkeit (Kontagiosität)

Der genaue Zeitraum, in dem Ansteckungsfähigkeit besteht, ist noch nicht klar definiert.

Als sicher gilt, dass die Ansteckungsfähigkeit in der Zeit um den Symptombeginn am größten ist und dass ein erheblicher Teil von Transmissionen bereits vor dem Auftreten erster klinischer Symptome erfolgt.

Zudem ist gesichert, dass bei normalem Immunstatus die Kontagiosität im Laufe der Erkrankung abnimmt, und dass schwer erkrankte Patienten mitunter länger infektiöse Viren ausscheiden als Patienten mit leichte bis moderater Erkrankung. Nach derzeitigem Kenntnisstand geht bei leichter bis moderater Erkrankung die Kontagiosität 10 Tage nach Symptombeginn deutlich zurück. Bei schweren Krankheitsverläufen und bei Vorliegen einer Immunschwäche können Patienten auch noch erheblich länger als 10 Tage nach Symptombeginn ansteckend sein.

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*Textinhalt basiert auszugsweise aus Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts (RKI)